Chronik einer niederrheinischen Familie
Kiew 960 — Straelen 1650 — München 2016
Der Familienname Kempkens leitet sich vom mittelniederdeutschen kempe ab — „Kämpfer“, „Recke“, „Held“ —, das auf das althochdeutsche kempho zurückgeht. Dieses Wort ist seinerseits ein germanisches Lehnwort aus dem spätlateinischen campio, „Kämpfer, Duellant“, dessen Ursprung im lateinischen campus, „Feld“, liegt: Gekämpft wurde ursprünglich auf dem Kampfplatz, dem campus. Die Endung -kens ist die typisch niederrheinisch-niederländische Patronym- und Verkleinerungsendung: „Sohn des“, „Nachkomme des“. Kempkens heißt also: Sohn des Kempe — Nachkomme des Kämpfers.
Ein mittelalterlicher Kempe war nicht zwingend ein Soldat. Das Wort umfasste den Turnierkämpfer, den angesehenen Krieger, den Leibwächter — oder schlicht einen besonders kräftigen, streitbaren Mann; aus genau solchen Beinamen entstanden viele Familiennamen. Kempe ist als Grundlage einer ganzen Namensfamilie gut belegt — Kemp, Kempe, Kemper, Kempermann, Kempen, Kempkes, Kempkens —, beheimatet am Niederrhein, im Kreis Kleve, in Duisburg und Krefeld sowie jenseits der Grenze um Venlo und im niederländischen Limburg. Am Niederrhein, wo bis zu 60 Prozent der einheimischen Namen genitivisch gebildet sind und die Verkleinerungsendungen -ken und -gen bis ins 17. Jahrhundert wahllos nebeneinander gebraucht wurden, brachte eine Wurzel einen ganzen Schwarm von Geschwisterformen hervor, alle wenige Meilen voneinander entfernt ab dem frühen 17. Jahrhundert bezeugt:
Namensvarianten und ihre Erstbelege — neu gezeichnet nach dem sprachwissenschaftlichen Gutachten der Gesellschaft für Namenkunde, Universität Leipzig (2011), auf Grundlage der FamilySearch-Daten. Die ältesten Kempkens-Einträge beginnen 1618 in Nieukerk, heute Gemeinde Kerken, Kreis Kleve.
Das stärkste Zentrum des Namens ist bis heute der Landkreis Kleve, gefolgt von Krefeld und Viersen; parallele Häufungen liegen gleich jenseits der Grenze in den niederländischen Provinzen Gelderland und Limburg. Der Name hat seine Wiege nie verlassen — seine Träger sitzen noch heute auf dem alten Boden: das Juwelierhaus F. E. Kempkens im Zentrum von Krefeld, eine Kempkens als Redaktionsleiterin der Niederrhein Nachrichten in Geldern und, passend für eine so katholische Familie, der Kunsthistoriker Holger Kempkens als Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn.
Die Kirchenbücher von Straelen sind erst ab 1703 erhalten; alles davor ist zerstört — und diese Zerstörung hat ihre eigene Geschichte. Anderthalb Jahrhunderte lang war dieser Landstrich ein Kriegskorridor: Im Achtzigjährigen und Dreißigjährigen Krieg verlief die spanisch-niederländische Front mitten hindurch — Straelen wurde 1632 von den Generalstaaten erstürmt und 1635 von Spanien zurückerobert —, 1672 wurde die Festung der Stadt geschleift, und 1703 belagerten und nahmen preußische Truppen die benachbarte Festung Geldern. In diesen Feuern verbrannten Kirchenbücher, Stadtarchive und Gerichtsakten oder wurden verschleppt; was die Kriege verschonten, besorgten Feuchtigkeit und Nachlässigkeit. Es ist bezeichnend, dass die erhaltenen Straelener Register 1703 beginnen — in dem Jahr, in dem die Geschütze verstummten.
Die schriftliche Geschichte der Familie beginnt darum abrupt — mit Tinte auf einer überlebenden Seite. Am 29. April 1705 trug der Pastor von Straelen die Taufe des Petrus Hermannus ein, eines Kempkens-Kindes, aus der Taufe gehoben von Petrus Gentjens und Maria Vervordt.
Zwei Generationen lang erscheint die Familie in den Registern unter einem Doppelnamen: Kinghs alias Kempkens. Das ist ein klassisches niederrheinisches Phänomen — am Niederrhein war ein Mann oft unter dem Namen des Hofes bekannt, auf dem er lebte, nicht unter seinem Geburtsnamen, und die Schreiber notierten beides. Der Alias ist selbst ein genealogischer Hinweis: Er bindet die Linie an die Familie Kinghs, in die die Kempkens um 1700 einheirateten.
Die Konfession ist die große Konstante dieser Seiten. Jede Person jeder niederrheinischen Linie dieser Familie — Kempkens, Hennesen, Paasen, van Bracht und alle ihre Zweige — war ausnahmslos katholisch, von den frühesten lateinischen Taufeinträgen bis zur Familiengruft in Capellen. Und das Land selbst blieb es auch: Das geldrische Oberquartier blieb selbst unter zwei Jahrhunderten protestantischer Preußenkönige fast geschlossen katholisch — im Utrechter Frieden mussten diese das katholische Bekenntnis als Teil der alten Venloer Privilegien von 1543 garantieren; eine Zählung von 1836 ergab im Kreis 23.128 Katholiken gegenüber 287 Protestanten. Die Textur dieses Glaubens durchzieht die ganze Chronik: von den Pastören zu Straelen lateinisch geführte Register, Petronellas Goldkreuz, eine Hochzeit im Wallfahrtsort Kevelaer, ein Schreiner, der nach Rom wandert. Die einzige konfessionelle Ausnahme der gesamten Familie ist die protestantische Siedlerlinie aus Posen in Kapitel V — und gerade sie vermisst den Abstand zwischen den beiden Welten, aus denen diese Familie stammt.
Ein Vierteljahrtausend lang bewegt sich die Familie kaum zwanzig Kilometer: Straelen, Capellen, Sonsbeck — Bauern, ein Schöffe, Pächter, Handwerker am linken Niederrhein. Erst die Industrie zieht sie ostwärts, ins Ruhrgebiet. Doch die Stammtafel reicht tiefer als die Register: Über die Großmutter Margaretha Christina Paasen führt sie bis in die Kiewer Rus zurück — nach Kiew, zu Wladimir dem Großen (960–1015, Kapitel VIII).
∞ Maria Roggen
∞ Joanna Kinghs (* 1680) — Ursprung des Alias
Scabinus — Schöffe zu Straelen. ∞ I Straelen 1727 Gertrud Theunissen, ∞ II Joanna Slouser; aus der zweiten Ehe ein Halbbruder der nächsten Generation, Petrus (* 1739), der 1764 Maria te Kooker heiratete
Ackermann. ∞ Anna Elisabeth Duckers (1738–1825)
Ab 1821 Pächter des Brouwershofs unter Capellen. ∞ 1792 Anna Margaretha Leukers aus Wetten (1774–1838) — siehe Kapitel IV
Geboren am „11. Ventôse des IX. Jahres der fränkischen Republik“ — der Niederrhein war damals französisch. Altbauer vom Brauershof in Capellen. ∞ I 1826 Mechtildis Broeckmans (1799–1867), acht Kinder 1827–1845; sein Bruder Peter Johann (um 1802–1866) führte ab 1834 mit der verwitweten Mutter die Brouwershof-Pacht fort. Am 16. August 1879 legitimierte er, 78-jährig, die beiden Kinder der Dienstmagd Petronella Hennesen und heiratete sie noch im selben Monat — im Dorf, so bewahrt es der Capellener Zweig, wurde gemunkelt, die Kinder seien in Wahrheit die eines jüngeren Verwandten. Er liegt mit Petronella in der Familiengruft zu Capellen
Geboren als Hennesen, Sohn der Petronella Hennesen (1839–1922), legitimiert 1879 — Schreinermeister, Werkmeister der Sonsbecker Stuhlfabrik. ∞ Boisheim 1902 Maria Gertrud Platzer (1873–1935). Schwester: Allegunda (1875–1955) — siehe Kapitel VII
Schreiner. Seine Meldekarte zeichnet die letzten Wanderjahre eines alten Handwerks nach: Zeeland und Maastricht 1930–32, auf Wanderschaft 1932–33, Meiningen in Thüringen, dann Essen 1935. ∞ Essen 1937 Margaretha Christina Paasen (1912–1994), deren eigene Linie über Wankum und Hinsbeck bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht
Elektriker. ∞ Silvia Zobel (* 1952)
Ihre Vornamen lesen sich wie ein Register der Frauen der Familie: Petronella nach Petronella Hennesen, die im Capellen des 19. Jahrhunderts allein einen Sohn großzog; Aleidis nach der Ahnin, die 1688 in Luttelforst Henricus Sweers heiratete; Maria und Wilhelmina als Echo von Generationen niederrheinischer Mütter. Elf Generationen in einem einzigen Namen.
Alle Orte der väterlichen Linien — Kempkens, Hennesen (Weeze), Paasen (Wankum, Hinsbeck) — liegen in einem Streifen von kaum dreißig Kilometern zwischen Maas und Rhein.
„Deutsch“ ist die jüngste Adresse dieser Region. Die Familie zog nie um, aber der Staat über ihr wechselte sechsmal — was unter anderem erklärt, warum die Brouwershof-Pachturkunden auf Niederländisch abgefasst sind und warum ein Straelener Bauernsohn im „IX. Jahr der fränkischen Republik“ geboren wurde.
Eine weitere Grenze lief unsichtbar durch die Familie selbst: Weeze und Sonsbeck, der Hennesen-Boden und Heinrich Josephs Geburtsort, gehörten gar nicht zu Geldern, sondern zum benachbarten Herzogtum Kleve, seit dem 17. Jahrhundert brandenburgisch-preußisch. Innerhalb eines Tagesmarschs lebten die Vorfahren in zwei verschiedenen Staaten — bis 1815 sie endgültig unter einen brachte.
Für einen einzigen Hof ist ein Bündel Pachturkunden — Pachtzedulen — erhalten: den Brouwershof in der Herrlichkeit Capellen, Eigentum der Familie von und zu Hoensbroech auf Schloss Haag bei Geldern. Die Urkunden reichen von 1662 bis 1843 und wurden auf Schloss Haag selbst unterzeichnet, besiegelt mit dem „angeborenen Wappen“ der Herren.
Die Gutsherren waren keine kleinen Landjunker. Die Hoensbroech — ursprünglich Hoen, limburgischer Uradel, bis ins 13. Jahrhundert nachweisbar — erwarben Schloss Haag und mit ihm das Amt des Erbmarschalls des Herzogtums Geldern um 1588 durch Einheirat in die Familie Boedberg. Sie stiegen 1635 zu Reichsfreiherren auf, 1675 zum spanisch-niederländischen Marquis, 1733 zu Reichsgrafen. Das Schloss ist bis heute in Familienbesitz; sein barockes Herrenhaus wurde im Februar 1945 durch Bomben zerstört.
In diesem Archiv taucht die Familie auf dem Land selbst auf. Die Pacht von 1821 überlässt den Brouwershof „Herman Kempkes ende sijne huijsvrouw Anna Margaretha Leuken“ — Hermannus Kempkens der fünften Generation. 1834 erneuert Graf Clemens Wenzeslaus von und zu Hoensbroech (1776–1844) die Pacht für „die Witwe des Herman Kempkes und ihren Sohn Peter Johann Kempkens“, der die Urkunde eigenhändig unterschreibt; eine Verlängerung von 1843 trägt die Unterschrift C. J. Kempkens.
Die Urkunden bewahren die ganze Ökonomie der Pacht. Aus den Bedingungen von 1821/1834 destilliert, schuldeten die Kempkens dem Schloss jedes Jahr zu St. Martin:
Hagel, Kriegsverderb und Misswuchs — „davor uns der allmächtige Gott gnädiglich bewahren wolle“ — waren dem Schloss binnen vierundzwanzig Stunden zu melden, um Nachlass zu erwirken. Die Formel kehrt wieder, Urkunde um Urkunde, fast zwei Jahrhunderte lang.
Die mütterliche Linie Zobel führt in die entgegengesetzte Richtung: nach Großpolen. Ab dem 17. Jahrhundert warben polnische Grundherren protestantische Siedler an, die Wald rodeten und Sumpf entwässerten — Hauländer, benannt nach dem Aushauen der Wälder, ein Volksecho der niederländischen Holländer-Kolonisten, die die Bewegung begonnen hatten. Sie siedelten in Reihendörfern, selbstverwaltet und untereinander gleich, und bewahrten deutsche Sprache, deutsche Schulen und das lutherische Bekenntnis unter polnischer Krone und später preußischer Herrschaft.
Sigismund Zobel, geboren 1742, ist der älteste fassbare Vorfahr dieser Linie. Drei Generationen bewirtschafteten das Sulenciner Hauland im Kreis Schroda, südöstlich von Posen, bis Carl Friedrich Zobel — Schlosser, geboren 1874 in Warberg (Sulęcinek) — um 1900 dem Sog der Industrie nach Westen folgte, nach Essen.
Rein deutsch ist die Linie nicht. Unter ihren Müttern stehen Marianna Włodarczak, Dienstmagd aus Schroda, und später in Essen Anna Maria Dzikowski (1935–2008) — polnische Namen, verwoben in den protestantischen Siedlerstamm. Das Genom der heutigen Generation liest sich wie eine Zusammenfassung beider Kapitel dieser Chronik:
Neu gezeichnet nach der 23andMe-Herkunftsanalyse. Das Labor, das die Archive nicht kennt, nennt als Top-Referenzregionen Limburg, Niederlande und Nordrhein-Westfalen — exakt den Landstrich, in den die Kirchenbücher die Familie setzen. Fünf Sechstel Niederrhein, ein Sechstel Osten: die zwei Linien dieser Chronik, in DNA nacherzählt.
Das Sulenciner Hauland lag im polnisch-mehrheitlichen Herzen der Provinz — deutsche Dörfer als Inseln, und genau so wurden die Hauländer-Siedlungen gegründet.
Auf der Herkunftskarte streicht die osteuropäische Komponente in einem einzigen grünen Zug von Polen bis zum Ural. Dieser Zug ist Genetik, nicht Genealogie — die Referenzpopulationen der westslawischen Länder gehen kontinuierlich in Russland über, und so färbt eine polnische Urgroßmutter Russland grün. Ein russischer Vorfahr ist in dieser Familie nicht dokumentiert. Und doch steht Russland dieser Chronik näher, als der beiläufige Pinselstrich der Karte vermuten lässt — auf drei konkrete Arten.
Erstens: die Grenze. Nach den Teilungen Polens war die Provinz Posen Preußens letzte Provinz vor dem Zaren: Ab 1815 verlief die Grenze Kongresspolens — und damit des Russischen Reichs — an der Prosna, rund fünfzig Kilometer östlich der Zobel-Höfe. Ein volles Jahrhundert lag das Sulenciner Hauland im unmittelbaren Schatten der russischen Grenze; Schrodas Märkte, Garnisonen und Schmuggelwege blickten alle nach Osten.
Zweitens: die Bewegung. Die Hauländer-Kolonisation war ein Arm einer einzigen großen Ostwanderung. Dieselbe Logik — Privilegien, Bekenntnisfreiheit, Ödland gegen Arbeit —, die im 18. Jahrhundert Siedler nach Großpolen zog, trug andere Familien noch weiter: unter Katharinas Manifesten von 1762/63 in die Wolgasteppe, später nach Wolhynien und ans Schwarze Meer. Die Zobel hielten an der Warthe; Tausende Familien, geformt vom identischen Handel, wurden zu Russlands Deutschen. Die östliche Linie dieser Familie ist der nahe Rand jenes Kontinuums.
Drittens: die Abrechnung. Als Posen 1919 an den wiedergeborenen polnischen Staat fiel, drohte Deutschen, die für die polnische Staatsbürgerschaft optierten, die sofortige Einberufung — in Polens Krieg gegen Sowjetrussland, 1919–1921. Zeitgenössische Berichte nennen dies, neben der Enteignung, als einen Hauptgrund, warum so viele Optanten ihre Höfe aufgaben und nach Westen zogen. Die Zobel waren da längst in Essen; aber der Krieg gegen Russland war das Schlusswort der Welt, die sie verlassen hatten.
Der ältere Osten dieser Chronik liegt freilich nicht in Posen: Er beginnt ein Jahrtausend früher, in Kiew, im Reich der Rus — und tritt nicht über die östliche, sondern über die niederrheinische Linie ein (Kapitel VIII).
Um 1900 laufen beide Wege im Ruhrgebiet zusammen. Vom Niederrhein kommen die Kempkens und Paasen, aus Posen die Zobel, aus Hessen ein Präscher, aus denselben Essener Straßen die Dzikowski. Kohle und Stahl machen Essen zum Treffpunkt von Familiengeschichten, die drei Jahrhunderte lang nichts voneinander wussten.
Die Familienerinnerung, 2011 vom Capellener Zweig aufgeschrieben, hält Jacob Heinrich ungewöhnlich lebendig. Um 1888 ging er auf die Walz — bis nach Rom, und kehrte mit zwei Bierkrügen zurück, die bis heute auf einem Krefelder Wohnzimmerschrank stehen. Er überquerte die Alpen zu Fuß und brachte seiner Schwester Allegunda Edelweiß mit, samt der Erzählung, wie gefährlich das Pflücken gewesen sei. Er zimmerte eine Krippe, die noch in der Familie ist. Und er war Hauptdarsteller des Capellener Theatervereins: Bei dem Satz „schuld ist mein garstiges Weib“ soll er einen langen Seitenblick auf seine im Publikum sitzende Frau Gertrud Platzer geworfen haben, die im Dorf nicht sonderlich beliebt war.
Als Jacob Heinrich 1936 starb, entzweite ein Erbstreit um Grundstücke an der Winnekendonker Straße seine Nachkommen von denen seiner Schwester Allegunda. Fünfundsiebzig Jahre sprachen der Straelener und der Capellener Zweig kaum miteinander; die einzigen Fäden waren Tante Helene, Pächterin der Wassermühle von Haus Caen bei Straelen, und Tante Maria — die um 1960 starb, als ihr Moped mit einer Kuh zusammenstieß. Im Oktober 2011 vollbrachte die Ahnenforschung, was die Jahrzehnte nicht vermochten: Die Capellener Linie — die Familie von Allegundas Enkelin, darunter die Kognitionspsychologin Prof. Ute Bayen — schrieb der Straelener Linie, schickte die zusammengetragene Nachfahrenliste und schloss mit dem Satz: „Das Kriegsbeil wird wohl spätestens jetzt begraben sein.“ In der Familiengruft zu Capellen ruhen Gerhard Kempkens, Petronella, Allegunda und Clara; das Haus an der Winnekendonker Straße ist noch in der Familie.
Der Stammbaum endet nicht, wo die Kirchenbücher enden. Einer alten genealogischen Tradition folgend steigt er über Heiratsverbindungen in die publizierten Stammtafeln des europäischen Adels — und von dort, wie solche Tafeln es immer taten, in die Antike. Seine oberen Regionen tragen die Könige von Assyrien und Babylon (von Hammurabi über das Haus Nebukadnezars bis Assurbanipal), die achämenidischen Könige Persiens (Achaimenes, Teispes, Kyros) und die Herrscher von Mitanni.
Diese Abstammungsketten in die Antike sind ein eigenes Genre. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Genealogen schmiedeten sie, um lebende Dynastien an die Throne des Altertums zu binden; jede europäische Königsgenealogie endete einst so, und jeder Stammbaum, der an diese Tafeln anschließt, erbt die ganze Kaskade. Sie sind als überlieferte Tradition zu lesen, nicht als Beweis — eine Familie, die sich die älteste aller Geschichten erzählt. Die ehrliche Grenze dieser Chronik verläuft durch Straelen, um 1650, am Rand der verbrannten Register. Alles unterhalb dieser Linie ist dokumentiert; alles darüber ist Literatur.
Eine Passage der oberen Regionen verdient ihre eigene Erzählung, denn sie ist — anders als Babylon — über weite Strecken solide Geschichte: das Haus Rurik, die Dynastie der Kiewer Rus, jenes mittelalterlichen ostslawischen Reiches, von dem Russland, die Ukraine und Belarus gleichermaßen ihre Gründungserzählung herleiten. Die Tafel trägt die Dynastie selbst: Großfürst Igor (912–945) und die heilige Olga von Kiew (†969), ihren Sohn Swjatoslaw (942–972) und dessen Sohn Wladimir den Großen (960–1015), der die Rus 988 in das byzantinische Christentum taufte.
Von Wladimir aus nimmt die Tafel nicht die berühmte französische Straße — seine Enkelin Anna von Kiew, Königin von Frankreich, deren Blut in jedem Kapetinger fließt. Sie nimmt eine stillere, nördlichere: eine Tochter Wladimirs und der Rogneda von Polozk, verheiratet mit Bernhard I., Markgraf der Nordmark. Von dieser Ehe aus wandert die Linie acht Jahrhunderte westwärts und rangabwärts — Markgrafen, Grafen von Holland und Bentheim, Landadel des Overijssel, Zutphener Patrizier, Gelderner Bürgermeister —, bis sie um 1700 in den Kirchenbüchern von Walbeck und Wankum steht, mitten unter den Bauernfamilien des Kapitels III. In die Blutslinie tritt sie über Margaretha Christina Paasen, Olivers Großmutter: Von Wladimir von Kiew zu Anna von Essen zieht die Tafel eine einzige ununterbrochene Kette.
Wie im Familienstammbaum gezeichnet. Die Verlässlichkeit ist geschichtet: Ab etwa 1600 abwärts stehen die Namen in Kirchenbüchern; darüber ruhen sie auf publizierten Stammtafeln, deren mittelalterliche Ehen die weichen Gelenke jeder solchen Kette sind. Die einst fehlende Passage der Arbeitsdatei — Lichtenveld und Thyssen, drei Generationen quer durch das 18. Jahrhundert — wurde inzwischen durch Familienforschung geschlossen.
∞ Rogneda von Polozk (962–1002)
∞ Bernhard I., Markgraf der Nordmark (†1018)
∞ Friedrich von Formbach (1030–1061)
∞ Dietrich II., Herzog von Oberlothringen
∞ Florens II. der Fette, Graf von Holland (†1122)
∞ Sophia von Rheineck (1120–1176, † in Jerusalem)
∞ Alveradis von Arnsberg
∞ Ricolt van Ochten
∞ Jutta
∞ Arnold van Almelo
∞ Agnes van Zuylen
∞ Odilia van Bentheim
∞ Hendrik Bentinck (* 1260 Deventer) — die Linie tritt in die Familie Bentinck ein
∞ Mechteled
∞ Agniese (* 1330)
∞ Elisabeth (1379–1452)
∞ Gertruid van Huls (* 1415 Heerde)
Herr auf Berenkamp und Haus Loo. ∞ Margaretha van Damme (1440–1500)
Herr auf Berenkamp und Aller. ∞ Johanna van Zuijlen van Nijevelt (* 1480)
∞ Zutphen 1558 Lumme Schimmelpenninck (* 1535), aus dem Zutphener Patriziat
∞ Joanna Taumans, Tochter des Nicolaas Taumans, Bürgermeister von Nimwegen — die Linie erreicht Kempkens-Boden: Nieukerk, wo 1618 die ältesten Belege des Namens beginnen
∞ Geldern 1642 Johannes ab Afferden (1589–1648), aus der Gelderner Bürgermeisterfamilie
∞ Walbeck 1668 Matthias Heinrich van Bracht (1635–1707)
∞ Walbeck 1695 Mechtild Ripkens (* 1667)
∞ Broekhuizenvorst 1724 N. Cuijpers
∞ Peter Lichtenveld
∞ Laurentius Thyssen (1757–1808)
∞ Wankum 1826 Johanna Margareta Backes, aus der Wankumer Familie Backes
∞ Peter Johann Momm (1834–1910), Ackerer aus Wachtendonk
∞ Christian Andreas Paasen (1870–1951), Bahnwärter
∞ Essen 1937 Heinrich Joseph Kempkens (1909–1985)
∞ Silvia Zobel (* 1952)
Eine stille Symmetrie beschließt die Chronik: Die 16,7 Prozent Osten im Genom sind jung und nachvollziehbar — Posen, fünf Generationen tief. Der Osten von Kiew reicht ein Jahrtausend tief und tritt gar nicht über die östliche Linie ein, sondern über eine niederrheinische Großmutter. Zwei Osten, zwei Tiefen — und am Anfang des älteren steht Kiew, der Ursprung der Rus.
A Lower Rhine family chronicle
Kiev 960 — Straelen 1650 — Munich 2016
The surname Kempkens derives from the Middle Low German kempe — “fighter”, “champion”, “hero” — which goes back to the Old High German kempho. That word is in turn a Germanic loan from the late Latin campio, “fighter, duellist”, whose own origin lies in the Latin campus, “field”: combat originally took place on the fighting ground, the campus. The ending -kens is the characteristic Lower Rhine and Dutch patronymic-diminutive: “son of”, “descendant of”. Kempkens, then, means son of the Kempe — descendant of the fighter.
A medieval Kempe was not necessarily a soldier. The word covered the tournament fighter, the respected warrior, the bodyguard — or simply an exceptionally strong, combative man; many surnames grew out of exactly such bynames. Kempe is well attested as the root of a whole name family — Kemp, Kempe, Kemper, Kempermann, Kempen, Kempkes, Kempkens — at home on the Lower Rhine, in Kreis Kleve, Duisburg and Krefeld, and across the border around Venlo and in Dutch Limburg. On the Lower Rhine, where up to 60 percent of native surnames are genitive formations and the diminutive endings -ken and -gen were used interchangeably into the seventeenth century, one root produced a swarm of sibling forms, all recorded within a few miles of one another from the early 1600s onward:
Variant forms of the name and their earliest records — redrawn after the linguistic expert opinion of the Gesellschaft für Namenkunde, University of Leipzig (2011), based on FamilySearch data. The oldest Kempkens entries begin in 1618 in Nieukerk, today part of Kerken, Kreis Kleve.
The strongest concentration of the name to this day is the Landkreis Kleve, followed by Krefeld and Viersen; parallel clusters exist just across the border in the Dutch provinces of Gelderland and Limburg. The name never left its cradle — its bearers today still sit on the old ground: a jeweller’s house F. E. Kempkens in the centre of Krefeld, a Kempkens editing the Niederrhein Nachrichten in Geldern, and, fittingly for a family this Catholic, the art historian Holger Kempkens directing the Archiepiscopal Diocesan Museum of Paderborn.
The parish registers of Straelen survive only from 1703 onward; everything before is destroyed — and the destruction has a history of its own. For a century and a half this strip of land was a war corridor: through the Eighty Years’ and Thirty Years’ Wars the Spanish–Dutch front ran straight across it — Straelen was stormed by the States-General in 1632 and retaken by Spain in 1635 — the town’s fortress was razed in 1672, and in 1703 Prussian troops besieged and took the neighbouring fortress of Geldern. In these fires church books, town archives and court records burned or were carried off; what the wars spared, damp and neglect finished. It is telling that the surviving Straelen registers begin in 1703, the very year the guns fell silent.
The family’s written history therefore begins abruptly — with ink on a surviving page. On 29 April 1705 the pastor of Straelen recorded the baptism of Petrus Hermannus, a Kempkens child, lifted from the font by Petrus Gentjens and Maria Vervordt.
For two generations the family appears in the registers under a double name: Kinghs alias Kempkens. This is a classic Lower Rhine phenomenon — on the Niederrhein a man was often known by the name of the farmstead he lived on rather than the name he was born with, and scribes recorded both. The alias is itself a genealogical clue: it ties the line to the Kinghs family, into which the Kempkens married around 1700.
Confession is the great constant of these pages. Every person in every Lower Rhine line of this family — Kempkens, Hennesen, Paasen, van Bracht and all their branches — was Catholic without exception, from the earliest Latin baptismal entries to the family grave at Capellen. So was the land itself: the Guelders Upper Quarter remained almost solidly Catholic even under two centuries of Protestant Prussian kings, who at the Peace of Utrecht had to guarantee the Catholic confession as part of the old Venlo privileges of 1543 — a census of 1836 counted 23,128 Catholics against 287 Protestants in the district. The texture of that faith runs through the whole chronicle: registers kept in Latin by the pastors of Straelen, Petronella’s gold cross, a wedding at the pilgrimage town of Kevelaer, a joiner walking to Rome. The single confessional exception in the entire family is the Protestant settler line of Posen in chapter V — and it is the exception that maps the distance between the two worlds this family came from.
For a quarter of a millennium the family barely moves twenty kilometres: Straelen, Capellen, Sonsbeck — farmers, an alderman, tenant farmers, craftsmen on the left bank of the Lower Rhine. Only industry pulls them east, into the Ruhr. Yet the family table reaches deeper than the registers: through the grandmother Margaretha Christina Paasen it runs back to Kievan Rus — to Kiev, to Vladimir the Great (960–1015, chapter VIII).
∞ Maria Roggen
∞ Joanna Kinghs (* 1680) — origin of the alias
Scabinus — alderman of Straelen. ∞ I Straelen 1727 Gertrud Theunissen, ∞ II Joanna Slouser; from the second marriage a half-brother of the next generation, Petrus (* 1739), who married Maria te Kooker in 1764
Ackermann — farmer. ∞ Anna Elisabeth Duckers (1738–1825)
Tenant of the Brouwershof under Capellen from 1821. ∞ 1792 Anna Margaretha Leukers of Wetten (1774–1838) — see chapter IV
Born on the “11th Ventôse of Year IX of the Frankish Republic” — the Lower Rhine was French then. Old farmer of the Brauershof in Capellen. ∞ I 1826 Mechtildis Broeckmans (1799–1867), eight children 1827–1845; his brother Peter Johann (c. 1802–1866) continued the Brouwershof lease with their widowed mother from 1834. On 16 August 1879, aged 78, he legitimised the two children of the farm’s maidservant Petronella Hennesen and married her that same month — village talk, preserved in the Capellen branch, wondered whether the children were in truth a younger relative’s. He lies with Petronella in the family grave at Capellen
Born Hennesen to Petronella Hennesen (1839–1922), legitimised 1879 — master joiner, foreman of the Sonsbeck chair factory. ∞ Boisheim 1902 Maria Gertrud Platzer (1873–1935). Sister: Allegunda (1875–1955) — see chapter VII
Joiner. His registry card traces the last journeyman years of an old craft: Zeeland and Maastricht 1930–32, on the road (auf Wanderschaft) 1932–33, Meiningen in Thuringia, then Essen 1935. ∞ Essen 1937 Margaretha Christina Paasen (1912–1994), whose own line runs through Wankum and Hinsbeck back to the seventeenth century
Electrician — ∞ Silvia Zobel (* 1952)
Her given names read like an index of the family’s women: Petronella after Petronella Hennesen, who raised a son alone in 19th-century Capellen; Aleidis after the ancestress married to Henricus Sweers in Luttelforst in 1688; Maria and Wilhelmina echoing generations of Lower Rhine mothers. Eleven generations in a single name.
All places of the paternal lines — Kempkens, Hennesen (Weeze), Paasen (Wankum, Hinsbeck) — lie in a strip of barely thirty kilometres between Maas and Rhine.
“German” is the youngest of this region’s addresses. The family never moved, but the state above it changed six times — which explains, among other things, why the Brouwershof lease deeds read in Dutch, and why a Straelen farmer’s son was born in the “Year IX of the Frankish Republic”.
One more border ran invisibly through the family itself: Weeze and Sonsbeck, the Hennesen ground and Heinrich Joseph’s birthplace, belonged not to Guelders at all but to the neighbouring Duchy of Cleves, Brandenburg-Prussian since the seventeenth century. Within one day’s walk, the ancestors lived in two different states — until 1815 finally put them under one.
A bundle of lease deeds — Pachtzedulen — survives for a single farm: the Brouwershof in the lordship of Capellen, property of the family von und zu Hoensbroech of Schloss Haag near Geldern. The deeds run from 1662 to 1843 and were signed at Castle Haag itself, sealed with the lords’ “inborn arms”.
The landlords were no minor squires. The Hoensbroech — originally Hoen, ancient nobility of Limburg traceable to the thirteenth century — acquired Schloss Haag and with it the office of hereditary marshal of the Duchy of Guelders through marriage into the Boedberg family around 1588. They rose to Imperial Barons in 1635, to Spanish-Netherlandish Marquis in 1675, to Imperial Counts in 1733. The castle remains in the family to this day; its baroque manor house was destroyed by bombs in February 1945.
In this archive the family surfaces on the land itself. The lease of 1821 grants the Brouwershof to “Herman Kempkes ende sijne huijsvrouw Anna Margaretha Leuken” — Hermannus Kempkens of the fifth generation. In 1834 Count Clemens Wenzeslaus von und zu Hoensbroech (1776–1844) renews the lease for “the widow of Herman Kempkes and her son Peter Johann Kempkens”, who signs the deed in his own hand; a prolongation of 1843 bears the signature C. J. Kempkens.
The deeds preserve the entire economy of tenancy. Distilled from the conditions of 1821/1834, the Kempkens owed the castle each year on St. Martin’s day:
Hail, war-ruin and crop failure — “from which Almighty God graciously preserve us” — had to be reported to the castle within twenty-four hours to earn any remission. The formula recurs, deed after deed, for nearly two centuries.
The maternal line Zobel runs in the opposite direction: into Greater Poland. From the seventeenth century onward, Polish landowners recruited Protestant settlers to clear forest and drain marsh — Hauländer, named after the hewing (Aushauen) of the woods, a folk-echo of the Dutch Holländer colonists who had begun the movement. They settled in row villages, self-governing and equal among themselves, keeping German speech, German schools and the Lutheran confession under Polish crown, then Prussian rule.
Sigismund Zobel, born 1742, is the oldest tangible ancestor of this line. Three generations worked the Sulencin Hauland in the district of Schroda, southeast of Posen, until Carl Friedrich Zobel — a fitter, born 1874 in Warberg (Sulęcinek) — followed the pull of industry west to Essen around 1900.
The line is not purely German. Among its mothers stand Marianna Włodarczak, a maidservant of Schroda, and later in Essen Anna Maria Dzikowski (1935–2008) — Polish names woven into the Protestant settler stock. The genome of the present generation reads like a summary of both chapters of this chronicle:
Redrawn after the 23andMe Ancestry Composition. The laboratory, knowing nothing of the archives, names as top reference regions Limburg, Netherlands and North Rhine-Westphalia — the exact strip of land where the parish registers place the family. Five-sixths Lower Rhine, one-sixth East: the two lines of this chronicle, restated in DNA.
The Sulencin Hauland lay in the yellow-marked Polish-majority heart of the province — German villages as islands, which is precisely how the Hauländer settlements were founded.
On the ancestry map, the Eastern European component sweeps in one green stroke from Poland to the Urals. That stroke is genetics, not genealogy — the reference populations of the western Slavic lands shade continuously into Russia, so a Polish great-grandmother paints Russia green. No Russian ancestor is documented in this family. And yet Russia stands closer to this chronicle than the map’s casual brushwork suggests, in three concrete ways.
First, the frontier. After the partitions of Poland, the Province of Posen was Prussia’s last province before the Tsar: from 1815 the border of Congress Poland — and with it the Russian Empire — ran along the Prosna, roughly fifty kilometres east of the Zobel farms. For a full century the Sulencin Hauland lay in the immediate shadow of the Russian border; Schroda’s markets, garrisons and smuggling routes all faced east.
Second, the movement. The Hauländer colonisation was one arm of a single great eastward migration. The same logic — privileges, confessional freedom, wasteland against labour — that drew settlers to Wielkopolska in the 1700s carried other families further still: under Catherine II’s manifestos of 1762/63 into the Volga steppe, later to Volhynia and the Black Sea. The Zobels stopped at the Warthe; thousands of families shaped by the identical bargain became Russia’s Germans. The eastern line of this family is the near edge of that continuum.
Third, the reckoning. When Posen fell to the reborn Polish state in 1919, Germans who opted for Polish citizenship faced immediate conscription — into Poland’s war against Soviet Russia, 1919–1921. Contemporary accounts name this, alongside expropriation, as a chief reason so many optants abandoned their farms and went west. The Zobels were by then already in Essen; but the war against Russia was the closing argument of the world they had left.
The older East of this chronicle, however, does not lie in Posen: it begins a millennium earlier, in Kiev, in the realm of the Rus — entering not through the eastern line but through the Lower Rhine one (chapter VIII).
Around 1900 both roads meet in the Ruhr. From the Lower Rhine come the Kempkens and Paasen; from Posen the Zobel; from Hesse a Präscher; from the same Ruhr streets the Dzikowski. Coal and steel make Essen the meeting point of family histories that had known nothing of each other for three centuries.
Family memory, written down by the Capellen branch in 2011, keeps Jacob Heinrich unusually alive. Around 1888 he made his journeyman’s walk — auf der Walz — all the way to Rome, and came back with two beer steins that stand on a Krefeld sideboard to this day. He crossed the Alps on foot and brought his sister Allegunda edelweiss, telling her how dangerous the picking had been. He built a nativity crib that is still in the family. And he was the leading man of the Capellen theatre club: delivering the line “schuld ist mein garstiges Weib” — “my dreadful wife is to blame” — he is said to have cast a long sideways glance at his wife Gertrud Platzer in the audience, who was not much loved in the village.
When Jacob Heinrich died in 1936, an inheritance dispute over plots on the Winnekendonker Straße split his descendants from his sister Allegunda’s. For seventy-five years the Straelen and Capellen branches barely spoke; the only threads were Aunt Helene, tenant of the watermill at Haus Caen near Straelen, and Aunt Maria — who died around 1960 when her moped collided with a cow. In October 2011 genealogy did what the decades had not: the Capellen line — Allegunda’s granddaughter’s family, among them the cognitive psychologist Prof. Ute Bayen — wrote to the Straelen line, sent the assembled descendant list, and closed with the sentence: “Das Kriegsbeil wird wohl spätestens jetzt begraben sein” — the hatchet is buried at last. The family grave at Capellen holds Gerhard Kempkens, Petronella, Allegunda, and Clara; the house on the Winnekendonker Straße is still in the family.
The family chart does not stop where the parish registers stop. Following an old genealogical tradition, it climbs through marriage links into the published pedigrees of the European nobility — and from there, as such pedigrees always did, into antiquity. Its upper reaches carry the kings of Assyria and Babylon (from Hammurabi through Nebuchadnezzar’s house to Assurbanipal), the Achaemenid kings of Persia (Achaimenes, Teispes, Cyrus) and the rulers of Mitanni.
These descent-from-antiquity chains are a genre of their own. Medieval and early modern genealogists forged them to bind living dynasties to the thrones of antiquity; every European royal pedigree once ended this way, and any family chart that connects into those pedigrees inherits the whole cascade. They are to be read as inherited tradition, not as evidence — a family telling itself the oldest story there is. The honest boundary of this chronicle runs through Straelen, around 1650, at the edge of the burnt registers. Everything below that line on this page is documented; everything above it is literature.
One passage of the chart’s upper reaches deserves its own telling, because — unlike Babylon — it is solid history for most of its length: the house of Rurik, the dynasty of Kievan Rus, the medieval East Slavic realm from which Russia, Ukraine and Belarus all derive their founding narrative. The chart carries the dynasty itself: Grand Prince Igor (912–945) and Saint Olga of Kiev (†969), their son Sviatoslav (942–972), and his son Vladimir the Great (960–1015), who baptised Rus into Byzantine Christianity in 988.
From Vladimir, the chart does not take the famous French road — his granddaughter Anna of Kiev, queen of France, whose blood runs in every Capetian. It takes a quieter, more northern one: a daughter of Vladimir and Rogneda of Polotsk, married to Bernhard I, Margrave of the Nordmark. From that marriage the line walks west and downhill through eight centuries of decreasing rank — margraves, counts of Holland and Bentheim, Overijssel gentry, Zutphen patricians, Geldern burgomasters — until it stands, around 1700, in the parish registers of Walbeck and Wankum, among the very farming families of chapter III. It enters the bloodline through Margaretha Christina Paasen, Oliver’s grandmother: from Vladimir of Kiev to Anna of Essen, the chart draws one unbroken chain.
As drawn in the family chart. Reliability is layered: from about 1600 downward the names stand in parish registers; above that they rest on published pedigrees, whose medieval marriages are the soft joints of every such chain. The passage once missing from the working file — Lichtenveld and Thyssen, three generations across the eighteenth century — has since been closed by family research.
∞ Rogneda of Polotsk (962–1002)
∞ Bernhard I, Margrave of the Nordmark (†1018)
∞ Friedrich von Formbach (1030–1061)
∞ Dietrich II, Duke of Upper Lorraine
∞ Floris II the Fat, Count of Holland (†1122)
∞ Sophia von Rheineck (1120–1176, † in Jerusalem)
∞ Alveradis von Arnsberg
∞ Ricolt van Ochten
∞ Jutta
∞ Arnold van Almelo
∞ Agnes van Zuylen
∞ Odilia van Bentheim
∞ Hendrik Bentinck (* 1260 Deventer) — the line enters the Bentinck family
∞ Mechteled
∞ Agniese (* 1330)
∞ Elisabeth (1379–1452)
∞ Gertruid van Huls (* 1415 Heerde)
Lord of Berenkamp and Haus Loo. ∞ Margaretha van Damme (1440–1500)
Lord of Berenkamp and Aller. ∞ Johanna van Zuijlen van Nijevelt (* 1480)
∞ Zutphen 1558 Lumme Schimmelpenninck (* 1535), of the Zutphen patrician family
∞ Joanna Taumans, daughter of Nicolaas Taumans, burgomaster of Nijmegen — the line arrives on Kempkens ground: Nieukerk, where the surname’s oldest records begin in 1618
∞ Geldern 1642 Johannes ab Afferden (1589–1648), of the Geldern burgomaster family
∞ Walbeck 1668 Matthias Heinrich van Bracht (1635–1707)
∞ Walbeck 1695 Mechtild Ripkens (* 1667)
∞ Broekhuizenvorst 1724 N. Cuijpers
∞ Peter Lichtenveld
∞ Laurentius Thyssen (1757–1808)
∞ Wankum 1826 Johanna Margareta Backes, of the Wankum Backes family
∞ Peter Johann Momm (1834–1910), Ackerer of Wachtendonk
∞ Christian Andreas Paasen (1870–1951), railway signalman
∞ Essen 1937 Heinrich Joseph Kempkens (1909–1985)
∞ Silvia Zobel (* 1952)
A quiet symmetry closes the chronicle: the genome’s 16.7 percent East is recent and traceable — Posen, five generations deep. The East of Kiev runs a millennium deep, entering not through the eastern line at all but through a Lower Rhine grandmother. Two easts, two depths — and Kiev, the origin of Rus, standing at the head of the older one.
Хроника семьи с Нижнего Рейна
Киев, 960 — Штрален, 1650 — Мюнхен, 2016
Фамилия Kempkens происходит от средненижненемецкого kempe — «боец», «витязь», «герой», — восходящего к древневерхненемецкому kempho. Это слово, в свою очередь, — германское заимствование из позднелатинского campio, «боец, поединщик», корень которого лежит в латинском campus, «поле»: сражались первоначально на бранном поле, на campus. Окончание -kens — типично нижнерейнско-нидерландский патронимический уменьшительный суффикс: «сын», «потомок». Kempkens, таким образом, значит: сын Кемпе — потомок воина.
Средневековый Kempe не обязательно был солдатом. Слово охватывало турнирного бойца, почитаемого воина, телохранителя — или просто особенно сильного, задиристого человека; из таких прозвищ и выросли многие фамилии. Kempe хорошо засвидетельствован как корень целого семейства имён — Kemp, Kempe, Kemper, Kempermann, Kempen, Kempkes, Kempkens, — укоренённого на Нижнем Рейне, в округе Клеве, в Дуйсбурге и Крефельде, а также за границей — вокруг Венло и в нидерландском Лимбурге. На Нижнем Рейне, где до 60 процентов местных фамилий образованы родительным падежом, а уменьшительные суффиксы -ken и -gen до XVII века употреблялись вперемешку, один корень породил целый рой родственных форм — все они засвидетельствованы в нескольких милях друг от друга с начала XVII века:
Варианты фамилии и их первые упоминания — перерисовано по лингвистической экспертизе Общества ономастики при Лейпцигском университете (2011) на основе данных FamilySearch. Древнейшие записи Kempkens начинаются в 1618 году в Нойкерке, ныне община Керкен, округ Клеве.
Сильнейшее средоточие фамилии по сей день — округ Клеве, за ним Крефельд и Фирзен; параллельные скопления лежат сразу за границей, в нидерландских провинциях Гелдерланд и Лимбург. Имя так и не покинуло своей колыбели — его носители и сегодня сидят на старой земле: ювелирный дом F. E. Kempkens в центре Крефельда, Кемпкенс во главе редакции Niederrhein Nachrichten в Гельдерне и — что к лицу столь католической семье — искусствовед Хольгер Кемпкенс, директор Архиепископского епархиального музея Падерборна.
Церковные книги Штралена сохранились лишь с 1703 года; всё, что было раньше, уничтожено — и у этого уничтожения своя история. Полтора столетия эта полоса земли была коридором войны: в Восьмидесятилетнюю и Тридцатилетнюю войны испанско-голландский фронт проходил прямо через неё — в 1632 году Штрален был взят штурмом войсками Генеральных штатов, в 1635-м отбит Испанией, — в 1672 году городская крепость была срыта, а в 1703-м прусские войска осадили и взяли соседнюю крепость Гельдерн. В этих пожарах горели и пропадали церковные книги, городские архивы и судебные акты; что пощадили войны, довершили сырость и небрежение. Показательно, что уцелевшие штраленские книги начинаются в 1703 году — в тот самый год, когда умолкли пушки.
Письменная история семьи начинается поэтому внезапно — чернилами на уцелевшей странице. 29 апреля 1705 года пастор Штралена записал крещение Петруса Германнуса, ребёнка Кемпкенсов, воспринятого от купели Петрусом Гентьенсом и Марией Верфордт.
Два поколения семья появляется в книгах под двойным именем: Kinghs alias Kempkens. Это классическое нижнерейнское явление: здесь человека часто знали по имени двора, на котором он жил, а не по имени, с которым он родился, — и писари записывали оба. Сам этот alias — генеалогическая подсказка: он связывает линию с семьёй Kinghs, в которую Кемпкенсы вошли браком около 1700 года.
Вероисповедание — великая константа этих страниц. Каждый человек каждой нижнерейнской линии этой семьи — Kempkens, Hennesen, Paasen, van Bracht и все их ветви — был католиком без исключения, от самых ранних латинских крестильных записей до семейного склепа в Капеллене. Такой же осталась и сама земля: гельдернский Верхний квартал и при двух столетиях протестантских прусских королей оставался почти сплошь католическим — по Утрехтскому миру короли обязались гарантировать католическое исповедание в составе старых венлоских привилегий 1543 года; перепись 1836 года насчитала в округе 23 128 католиков против 287 протестантов. Ткань этой веры проходит через всю хронику: книги, которые пасторы Штралена вели на латыни, золотой крестик Петронеллы, свадьба в паломническом Кевеларе, столяр, идущий пешком в Рим. Единственное конфессиональное исключение во всей семье — протестантская линия переселенцев из Позена в главе V, и именно она измеряет расстояние между двумя мирами, из которых вышла эта семья.
Четверть тысячелетия семья не сдвигается и на двадцать километров: Штрален, Капеллен, Зонсбек — крестьяне, шеффен, арендаторы, ремесленники на левом берегу Нижнего Рейна. Лишь индустрия тянет их на восток, в Рур. Но родословная таблица уходит глубже регистров: через бабушку Маргарету Кристину Паасен она восходит к Киевской Руси — к Киеву, к Владимиру Великому (960–1015, глава VIII).
∞ Maria Roggen
∞ Joanna Kinghs (* 1680) — источник alias
Scabinus — шеффен (судебный заседатель) Штралена. ∞ I Штрален, 1727, Gertrud Theunissen; ∞ II Joanna Slouser; от второго брака — сводный брат следующего поколения, Petrus (* 1739), женившийся в 1764 году на Maria te Kooker
Ackermann — пахарь. ∞ Anna Elisabeth Duckers (1738–1825)
С 1821 года арендатор Брауверсхофа под Капелленом. ∞ 1792 Anna Margaretha Leukers из Веттена (1774–1838) — см. главу IV
Родился «11 вантоза IX года Франкской республики» — Нижний Рейн был тогда французским. Старый хозяин Брауэрсхофа в Капеллене. ∞ I 1826 Mechtildis Broeckmans (1799–1867), восемь детей 1827–1845; его брат Peter Johann (ок. 1802–1866) с 1834 года продолжал аренду Брауверсхофа вместе с овдовевшей матерью. 16 августа 1879 года, 78 лет от роду, он узаконил двоих детей батрачки Петронеллы Хеннесен и в том же месяце женился на ней — в деревне, как хранит капелленская ветвь, поговаривали, что дети на самом деле — от более молодого родственника. Он покоится с Петронеллой в семейном склепе в Капеллене
Рождён Хеннесеном, сын Петронеллы Хеннесен (1839–1922), узаконен в 1879 году — столярный мастер, мастер зонсбекской стульной фабрики. ∞ Бойсхайм, 1902, Maria Gertrud Platzer (1873–1935). Сестра: Allegunda (1875–1955) — см. главу VII
Столяр. Его регистрационная карточка рисует последние странствия старого ремесла: Зеландия и Маастрихт 1930–32, «на страннической тропе» 1932–33, Майнинген в Тюрингии, затем Эссен, 1935. ∞ Эссен, 1937, Margaretha Christina Paasen (1912–1994), чья собственная линия через Ванкум и Хинсбек уходит в XVII век
Электрик. ∞ Silvia Zobel (* 1952)
Её имена читаются как реестр женщин семьи: Petronella — в честь Петронеллы Хеннесен, в одиночку растившей сына в Капеллене XIX века; Aleidis — в честь праматери, обвенчавшейся в 1688 году в Люттельфорсте с Хенрикусом Свеерсом; Maria и Wilhelmina — эхо поколений нижнерейнских матерей. Одиннадцать поколений в одном имени.
Все места отцовских линий — Kempkens, Hennesen (Веце), Paasen (Ванкум, Хинсбек) — лежат в полосе едва ли тридцати километров между Маасом и Рейном.
«Немецкий» — самый молодой адрес этого края. Семья никогда не переезжала, но государство над ней сменилось шесть раз — что объясняет, среди прочего, почему арендные грамоты Брауверсхофа написаны по-нидерландски и почему сын штраленского крестьянина родился в «IX году Франкской республики».
Ещё одна граница незримо проходила через саму семью: Веце и Зонсбек — земля Хеннесенов и родина Хайнриха Йозефа — принадлежали вовсе не Гельдерну, а соседнему герцогству Клеве, с XVII века бранденбургско-прусскому. В пределах дневного перехода предки жили в двух разных государствах — пока 1815 год окончательно не свёл их под одно.
По одному-единственному двору сохранилась связка арендных грамот — Pachtzedulen: Брауверсхоф в сеньории Капеллен, собственность рода фон унд цу Хунсбрук из замка Хааг под Гельдерном. Грамоты тянутся с 1662 по 1843 год и подписаны в самом замке Хааг, скреплены «прирождённым гербом» господ.
Помещики были не из мелких. Хунсбруки — первоначально Hoen, древнее лимбургское дворянство, прослеживаемое до XIII века, — приобрели замок Хааг и с ним должность наследственного маршала герцогства Гельдерн около 1588 года браком с родом Будберг. В 1635 году они стали имперскими баронами, в 1675-м — испано-нидерландскими маркизами, в 1733-м — имперскими графами. Замок и поныне в семье; его барочный господский дом был разрушен бомбами в феврале 1945 года.
В этом архиве семья выступает на самой земле. Аренда 1821 года отдаёт Брауверсхоф «Herman Kempkes ende sijne huijsvrouw Anna Margaretha Leuken» — Германнусу Кемпкенсу пятого поколения. В 1834 году граф Клеменс Венцеслаус фон унд цу Хунсбрук (1776–1844) возобновляет аренду для «вдовы Германа Кемпкеса и её сына Петера Иоганна Кемпкенса», который собственноручно подписывает грамоту; продление 1843 года несёт подпись C. J. Kempkens.
Грамоты сохраняют всю экономику аренды. Согласно условиям 1821/1834 годов, Кемпкенсы были должны замку ежегодно, к дню святого Мартина:
Град, военное разорение и неурожай — «от чего да сохранит нас милостиво всемогущий Бог» — надлежало доносить замку в двадцать четыре часа, чтобы получить скидку. Формула повторяется, грамота за грамотой, без малого два столетия.
Материнская линия Цобель ведёт в противоположную сторону: в Великую Польшу. С XVII века польские землевладельцы зазывали переселенцев-протестантов корчевать лес и осушать болота — хаулендеров, названных по вырубке (Aushauen) лесов, народное эхо голландских колонистов-«холендров», начавших это движение. Они селились рядовыми деревнями, самоуправляемые и равные между собой, храня немецкий язык, немецкие школы и лютеранское исповедание — под польской короной, затем под прусской властью.
Сигизмунд Цобель, родившийся в 1742 году, — старейший осязаемый предок этой линии. Три поколения возделывали Суленцинский хауланд в уезде Шрода, к юго-востоку от Позена, пока Карл Фридрих Цобель — слесарь, родившийся в 1874 году в Варберге (Суленцинек), — около 1900 года не последовал за тягой индустрии на запад, в Эссен.
Чисто немецкой эта линия не была. Среди её матерей — Марианна Влодарчак, батрачка из Шроды, а позже в Эссене — Анна Мария Дзиковски (1935–2008): польские имена, вплетённые в протестантский переселенческий ствол. Геном нынешнего поколения читается как конспект обеих глав этой хроники:
Перерисовано по анализу происхождения 23andMe. Лаборатория, ничего не знающая об архивах, называет топ-регионами Лимбург, Нидерланды и Северный Рейн-Вестфалию — в точности ту полосу земли, куда семью помещают церковные книги. Пять шестых — Нижний Рейн, одна шестая — Восток: две линии этой хроники, пересказанные языком ДНК.
Суленцинский хауланд лежал в польском по большинству сердце провинции — немецкие деревни как острова, и именно так хаулендерские поселения и основывались.
На карте происхождения восточноевропейская компонента одним зелёным мазком тянется от Польши до Урала. Этот мазок — генетика, а не генеалогия: референсные популяции западнославянских земель непрерывно переходят в Россию, и потому польская прабабушка красит Россию в зелёный. Русский предок в этой семье не задокументирован. И всё же Россия стоит к этой хронике ближе, чем предполагает небрежный мазок карты, — тремя конкретными способами.
Первое: граница. После разделов Польши провинция Позен была последней провинцией Пруссии перед царём: с 1815 года граница Царства Польского — и с ним Российской империи — проходила по Просне, километрах в пятидесяти к востоку от дворов Цобелей. Целое столетие Суленцинский хауланд лежал в непосредственной тени русской границы; рынки, гарнизоны и контрабандные тропы Шроды глядели на восток.
Второе: движение. Хаулендерская колонизация была одним из рукавов единого великого переселения на восток. Та же логика — привилегии, свобода вероисповедания, пустошь в обмен на труд, — что в XVIII веке вела поселенцев в Великую Польшу, несла другие семьи дальше: по манифестам Екатерины 1762/63 годов — в поволжскую степь, позже — на Волынь и к Чёрному морю. Цобели остановились на Варте; тысячи семей, сформированных тем же уговором, стали российскими немцами. Восточная линия этой семьи — ближний край того континуума.
Третье: расплата. Когда Позен в 1919 году отошёл возрождённому польскому государству, немцам, оптировавшим польское гражданство, грозил немедленный призыв — на польскую войну против Советской России, 1919–1921. Свидетельства современников называют это, наряду с экспроприацией, одной из главных причин, по которым столько оптантов бросили свои дворы и ушли на запад. Цобели к тому времени давно были в Эссене; но война против России стала последним словом мира, который они покинули.
Однако старший Восток этой хроники — не в Позене: он начинается тысячелетием раньше, в Киеве, у истоков Руси — и входит не через восточную, а через нижнерейнскую линию (глава VIII).
Около 1900 года оба пути сходятся в Руре. С Нижнего Рейна приходят Кемпкенсы и Паасены, из Позена — Цобели, из Гессена — Прешер, с тех же эссенских улиц — Дзиковски. Уголь и сталь делают Эссен местом встречи семейных историй, три столетия ничего не знавших друг о друге.
Семейная память, записанная капелленской ветвью в 2011 году, хранит Якоба Хайнриха на редкость живым. Около 1888 года он отправился в странствие подмастерья — auf der Walz — до самого Рима и вернулся с двумя пивными кружками, что по сей день стоят на крефельдском серванте. Он перешёл Альпы пешком и принёс сестре Аллегунде эдельвейсы, рассказав, как опасно было их рвать. Он смастерил рождественский вертеп, который до сих пор в семье. И он был первым актёром капелленского театрального общества: произнося реплику «schuld ist mein garstiges Weib» — «во всём виновата моя несносная жена», — он, говорят, бросил долгий косой взгляд на сидевшую в зале жену, Гертруду Платцер, которую в деревне не слишком любили.
Когда Якоб Хайнрих умер в 1936 году, наследственный спор об участках на Виннекендонкер-штрассе развёл его потомков с потомками его сестры Аллегунды. Семьдесят пять лет штраленская и капелленская ветви почти не разговаривали; единственными нитями были тётя Хелене, арендаторша водяной мельницы у Хаус-Каен под Штраленом, и тётя Мария — погибшая около 1960 года, когда её мопед столкнулся с коровой. В октябре 2011 года генеалогия совершила то, чего не смогли десятилетия: капелленская линия — семья внучки Аллегунды, среди них когнитивный психолог проф. Уте Байен — написала штраленской, прислала собранную роспись потомков и закончила фразой: «Das Kriegsbeil wird wohl spätestens jetzt begraben sein» — теперь топор войны зарыт окончательно. В семейном склепе в Капеллене покоятся Герхард Кемпкенс, Петронелла, Аллегунда и Клара; дом на Виннекендонкер-штрассе всё ещё в семье.
Родословная таблица не кончается там, где кончаются церковные книги. Следуя старой генеалогической традиции, она через брачные связи взбирается в опубликованные родословия европейской знати — а оттуда, как такие родословия делали всегда, в древность. Её верхние ярусы несут царей Ассирии и Вавилона (от Хаммурапи через дом Навуходоносора до Ашшурбанипала), ахеменидских царей Персии (Ахемен, Теисп, Кир) и владык Митанни.
Эти цепи происхождения из древности — особый жанр. Средневековые и раннемодерные генеалоги ковали их, чтобы привязать живые династии к престолам древности; так когда-то кончалась каждая королевская родословная Европы, и всякая семейная таблица, пристыкованная к этим родословиям, наследует весь каскад. Читать их следует как унаследованное предание, а не как доказательство: семья рассказывает себе старейшую из историй. Честная граница этой хроники проходит через Штрален, около 1650 года, по краю сгоревших книг. Всё ниже этой линии документировано; всё выше — литература.
Один пассаж верхних ярусов заслуживает собственного рассказа, ибо он — в отличие от Вавилона — на большей части протяжения твёрдая история: дом Рюрика, династия Киевской Руси, средневековой восточнославянской державы, от которой Россия, Украина и Беларусь равно ведут своё основание. Таблица несёт саму династию: великого князя Игоря (912–945) и святую Ольгу Киевскую (†969), их сына Святослава (942–972) и его сына Владимира Великого (960–1015), крестившего Русь в византийское христианство в 988 году.
От Владимира таблица идёт не знаменитой французской дорогой — через его внучку Анну Киевскую, королеву Франции, чья кровь течёт в каждом Капетинге. Она берёт дорогу потише и посевернее: дочь Владимира и Рогнеды Полоцкой, выданную за Бернхарда I, маркграфа Нордмарки. От этого брака линия восемь столетий идёт на запад и вниз по чинам — маркграфы, графы Голландии и Бентхайма, оверэйсселское дворянство, зутфенские патриции, гельдернские бургомистры, — пока около 1700 года не встаёт в церковных книгах Вальбека и Ванкума, среди тех самых крестьянских семей главы III. В кровную линию она входит через Маргарету Кристину Паасен, бабушку Оливера: от Владимира Киевского до Анны Эссенской таблица чертит одну неразрывную цепь.
Как начерчено в семейной таблице. Достоверность слоиста: примерно с 1600 года вниз имена стоят в церковных книгах; выше они опираются на опубликованные родословия, средневековые браки которых — мягкие сочленения всякой такой цепи. Некогда недостававший пассаж рабочего файла — Лихтенфельд и Тиссен, три поколения поперёк XVIII века — с тех пор закрыт семейными разысканиями.
∞ Рогнеда Полоцкая (962–1002)
∞ Бернхард I, маркграф Нордмарки (†1018)
∞ Фридрих фон Формбах (1030–1061)
∞ Дитрих II, герцог Верхней Лотарингии
∞ Флорис II Толстый, граф Голландии (†1122)
∞ София фон Райнек (1120–1176, † в Иерусалиме)
∞ Альверадис фон Арнсберг
∞ Риколт ван Охтен
∞ Ютта
∞ Арнольд ван Алмело
∞ Агнес ван Зёйлен
∞ Одилия ван Бентхайм
∞ Хендрик Бентинк (* 1260, Девентер) — линия входит в род Бентинк
∞ Мехтелед
∞ Агниса (* 1330)
∞ Элизабет (1379–1452)
∞ Гертрёйд ван Хюлс (* 1415, Хеерде)
Владелец Беренкампа и дома Лоо. ∞ Маргарета ван Дамме (1440–1500)
Владелец Беренкампа и Аллера. ∞ Иоганна ван Зёйлен ван Ниевелт (* 1480)
∞ Зутфен, 1558, Люмме Схиммельпеннинк (* 1535), из зутфенского патрициата
∞ Иоанна Тауманс, дочь Николааса Тауманса, бургомистра Неймегена — линия достигает земли Кемпкенсов: Нойкерк, где в 1618 году начинаются древнейшие записи фамилии
∞ Гельдерн, 1642, Иоганнес аб Афферден (1589–1648), из гельдернской бургомистерской семьи
∞ Вальбек, 1668, Маттиас Хайнрих ван Брахт (1635–1707)
∞ Вальбек, 1695, Мехтильд Рипкенс (* 1667)
∞ Брукхёйзенворст, 1724, N. Кёйперс
∞ Петер Лихтенфельд
∞ Лаврентиус Тиссен (1757–1808)
∞ Ванкум, 1826, Иоганна Маргарета Бакес, из ванкумской семьи Бакес
∞ Петер Иоганн Момм (1834–1910), землепашец из Вахтендонка
∞ Кристиан Андреас Паасен (1870–1951), железнодорожный обходчик
∞ Эссен, 1937, Хайнрих Йозеф Кемпкенс (1909–1985)
∞ Сильвия Цобель (* 1952)
Тихая симметрия завершает хронику: 16,7 процента Востока в геноме молоды и прослеживаемы — Позен, пять поколений вглубь. Восток Киева уходит на тысячелетие вглубь и входит вовсе не через восточную линию, а через нижнерейнскую бабушку. Два востока, две глубины — и у истока старшего стоит Киев, начало Руси.